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Von Genf nach Seoul

February 15, 2008 - 08:43 — Laurent Haug
Media name:
NZZ
Coverage date:
15 Feb 2008

«A glimpse of Asia», ein flüchtiger Eindruck Asiens, hiess eine der Vortragsreihen an der diesjährigen Lift-Konferenz, die vergangene Woche in Genf stattgefunden hat. Da war etwa zu erfahren, dass in China jeden Monat 6 Millionen neue Mobiltelefon-Abos verkauft werden und dass in Südkorea über die Hälfte der Bevölkerung Mitglied einer Social-Network-Seite ist. Der flüchtige Blick nach Osten reicht den Organisatoren der Lift aber offensichtlich nicht: Sie planen einen asiatischen Ableger. Lift Asia soll erstmals im kommenden September in Seoul stattfinden.

Die Konferenz in Genf hingegen hat bereits zum dritten Mal stattgefunden. Ihr Ziel ist es, über die gesellschaftlichen Auswirkungen von neuen Technologien zu diskutieren. «Die Technologie entwickelt sich im Moment schneller als die Gesellschaft und dringt in alle Aspekte des Lebens ein», sagt Laurent Haug, Gründer und Organisator der Konferenz. «Lift möchte aufzeigen, welche grossen Veränderungen in den nächsten ein bis drei Jahren stattfinden werden.»

Die diesjährige Lift hat über 700 Teilnehmer angezogen, darunter auch Robert Scoble, einen der bekanntesten amerikanischen Blogger. Im Allgemeinen war die Besucherschar bunt gemischt – auch wenn Internet-Unternehmer deutlich übervertreten waren. Auch beim Vortragsprogramm bemüht man sich bei Lift um Diversität: Neben dem Blick nach Asien ging es unter anderem um ethnologische Forschung bei Nokia, Computerspiele als Lehrmittel und die Entstehungsgeschichte von Nespresso. Man lege auch grossen Wert auf eine aktive «Community», erklärt Gründer Haug. Teilnehmer konnten sich etwa auf der Website der Konferenz selber als Redner vorschlagen und dann darüber abstimmen, welche Vorträge sie gerne hören würden. Durch die Rückmeldungen der Besucher entwickle sich auch das Konzept der Konferenz jedes Jahr weiter, sagt Haug.

Die Expansion nach Asien ist für Haug nur ein erster Schritt. Gerne hätte er mehrere Konferenzen auf verschiedenen Kontinenten nach dem Vorbild der Lift. «Ich möchte an diejenigen Orte gehen, wo sonst niemand hingeht. Eine Konferenz im Silicon Valley zu machen, halte ich für sinnlos. Aber eine Lift in Afrika könnte ich mir durchaus vorstellen.»


Link:
http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/von_genf_nach_seoul_1.671313.html
Attachment:
nzz_150208.pdf
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